Das Goethe-Institut und seine eindeutige Tradition (Teil 3) Solidarität mit der Ukraine (Jahrbücher)

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Auszüge aus den Berichten der Jahrbücher

2023/2024

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KULTUR UND SICHERHEIT

Unter dem Titel „A war on identity: How to build post-war society in Ukraine“ („Ein Krieg um Identität: Wie lässt sich in der Ukraine eine Nachkriegsgesellschaft aufbauen?“) diskutierten die Gastgeber Johannes Ebert (linke Längsseite des Tischs, 3. v. l.), Generalsekretär des Goethe-Instituts, und Scott McDonald (rechte Längsseite, 3. v. r.), Geschäftsführer des British Council, die Rolle von Kultur und Bildung bei der Bewältigung der unmittelbaren Herausforderungen des Krieges, aber auch beim Wiederaufbau der Ukraine. An dem „Side Event“ der Münchner Sicherheitskonferenz im Bayerischen Hof nahmen
Abgeordnete des Europarlaments, Vertreterinnen und Vertreter des Auswärtigen Amts und der Bundeswehr sowie ukrainische Parlamentarierinnen und Parlamentarier und
Olesia Ostrovska-Liuta (rechte Längsseite, 2. v. r.), Leiterin des Mystetskyi Arsenals https://artarsenal.in.ua in Kyjiw, teil

Kultur und Bildung prägen das Selbstverständnis von Gesellschaften. Sie schaffen
Freiräume und können den Zusammenhalt stärken und stabilisieren. Damit kommt ihnen in der internationalen Politik auch eine sicherheitspolitische Funktion zu. Ein Leitartikel von Johannes Ebert (Generalsekretär und Vorstandsvorsitzender Goethe Institut)

Das Goethe-Institut bei der Münchner Sicherheitskonferenz? Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik hat eine wichtige sicherheitspolitische Komponente. „Das Erste, was die russischen Truppen machen, wenn sie eine ukrainische Ortschaft eingenommen haben: Sie montieren das ukrainische Ortsschild ab und ersetzen es durch ein russischsprachiges“,
berichtet ein Teilnehmer in München. Es geht in diesem Angriffskrieg um Sprache, um Identität, um einen russischen Imperialismus, der einer eigenen zukunftsgerichteten ukrainischen Kultur in Europa keinen Raum lassen will. Es ist unerlässlich, dass wir die
Verteidigungsfähigkeit der Ukraine sichern. Es ist aber auch notwendig, die Kultur- und Bildungsszene und die Zivilgesellschaft zu unterstützen. „Kultur ist der Bereich, in dem eine Gesellschaft ihr Selbstverständnis formt und ihre Zukunft projiziert. Und in diesem Sinne ist sie entscheidend für den Fortbestand dieser Gesellschaft“, sagt Olesia Ostrovska-Liuta.

Wie wichtig das ist, zeigt ein erneuter Blick in die Ukraine: Im April habe ich mich auf die Reise nach Kyjiw gemacht. Wie immer bin ich beeindruckt von der Schönheit und vom Stolz dieser Stadt. In der Ukraine lernen 700.000 Schülerinnen und Schüler Deutsch. Das ist sehr viel. Ich treffe Schülerinnen und Lehrkräfte aus Kyjiw, Butscha und Mariupol. Einige sind zunächst nach Deutschland geflüchtet und jetzt wieder zurückgekehrt. Viele Väter sind im
Krieg. Drei Minuten dauert es, so Rektorin Iryna Stashevska, bis die 900 Schüler bei Alarm in den Schutzräumen sind.

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PERSONAL IN RUSSLAND REDUZIERT – Ende Mai 2023 musste das Goethe-Institut in Russland die Zahl seiner Mitarbeitenden drastisch senken. Grund dafür ist die vom russischen Außenministerium eingeführte Personalobergrenze für deutsche Auslandsvertretungen und Mittlerorganisationen in Russland. Präsidentin Carola Lentz und Generalsekretär Johannes Ebert versicherten, das Goethe-Institut wolle trotz reduzierter Präsenz weiterhin Anlaufstelle für Deutschinteressierte in Russland sein. So bleiben
zum Beispiel in Moskau und Sankt Petersburg die Bibliotheken regulär geöffnet.

NEUE MITGLIEDER GEWÄHLT – 2023 begrüßte das Goethe-Institut vier neue Mitglieder in seiner Mitgliederversammlung: Dr. Inke Arns, Direktorin des Hartware MedienKunstVerein e. V. (HMKV) https://www.hmkv.de Prof. Manuel Hartung, Vorsitzender des Vorstands der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius https://www.zeit-stiftung.de Dr. Annekathrin Kohout, Kulturhistorikerin und Medienwissenschaftlerin https://www.linkedin.com/in/dr-annekathrin-kohout-013a08ba sowie Dr. Nicolas Peter, Vorsitzender der BMW Foundation Herbert Quandt der BMW Group https://www.bmw-foundation.org/de Für eine zweite Amtszeit wiedergewählt wurden Dr. Thomas Oberender https://www.linkedin.com/in/thomas-oberender und Prof. Dr. Sandra Richter https://www.goethe.de/prj/zei/de/exp/27164903.html

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DIE ZEIT – THEATERREISE NACH KYJIW ZU KRIEGSZEITEN – Aus dem Artikel „Luft anhalten. Weiterspielen“, 05.07.2023 – Was geschieht auf den Bühnen der Ukraine? Welche Stücke werden aufgeführt? Eine Theaterreise nach Kiew im Takt des Luftalarms. Zur Vorbereitung auf die örtliche Kulturszene kontaktiere ich Fabian Mühlthaler vom Goethe-Institut Ukraine. Leider ist er nicht vor Ort, berichtet aber, dass man die ukrainische Kultur nach besten Kräften unterstütze. Ausnahmslos alle, mit denen ich in den folgenden Tagen spreche, von der Botschafterin bis zum Off-Off-Theater, singen ein Loblied auf die tragende Rolle des Goethe-Instituts.

BOERSENBLATT.DE https://www.boersenblatt.net UNTERSTÜTZUNG DER UKRAINISCHEN BUCHBRANCHE – Aus dem Artikel „Literatur ist Lebensmittel“, 18.10.2023 – Das Staatsministerium für Kultur und Medien hat eine knappe Million Euro in die Hand genommen und sich mit weiteren Partnern wie dem Börsenverein und dem Goethe-Institut vernetzt, um ukrainische Literatur und den Austausch mit der Branche dort zu fördern, so arbeitet man, gemeinsam mit dem ukrainischen Buchinstitut https://ubi.org.ua/e unter anderem an der Vernetzung der Verlegerinnen und Schriftstellerinnen.

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PROJEKTE FÜR DIE UKRAINE: UNSER ENGAGEMENT GEHT WEITER

17 Mio. Euro stehen dem Projekt „House of Europe“ https://www.goethe.de/de/kul/wis/kuk/hoe.html bis Ende 2024 als Gesamtbudget zur Verfügung, um den ukrainischenKultur- und Bildungssektor zu unterstützen.

Seit April 2019 unterstützt das Goethe-Institut mit „House of Europe“ die Ukraine. In erster Linie dient das von der Europäischen Union mit einem Gesamtbudget von rund 17 Millionen Euro bis Ende 2024 geförderte Projekt dem Kapazitätsaufbau des ukrainischen Kultur- und Bildungssektors. Dank unterschiedlicher Programme stehen ukrainische Akteure aus den Bereichen Kultur, Medien, Bildung und Kreativwirtschaft in Kontakt mit
Kolleginnen aus der EU und Großbritannien und werden in Work- shops, Konferenzen oder Fortbildungen zum Austausch motiviert. Darüber hinaus vergibt „House of Europe“ Stipendien und Men torings an Kulturschaffende unterschiedlicher Sparten – 2023 bis 2024 beispielsweise an Filmemacherinnen oder für den Bereich Übersetzungsförderung. Seit dem Großangriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 liegt der Fokus auch auf der Nothilfe. So waren besonders in den Wintermonaten einige Kulturorganisationen auf Unterstützung angewiesen. Weitere Schwerpunkte sind seit 2022 die Stärkung der Resilienz von ukrainischen Kulturschaffenden und der Schutz des ukrainischen Kulturerbes. Beispielsweise fand 2023 ein Hackathon statt zum Thema Digitalisierung von Kulturgütern mit insgesamt 1.300 Teilnehmer*innen aus dem Kulturbereich und der Tech-Szene. https://houseofeurope.org.ua/en

BUCHMESSEN FÜR DEN LITERATURAUSTAUSCH – Dass Literatur Brücken schlagen kann zwischen Ländern, Sprachen und Kulturen, wurde erneut bei der Frankfurter Buchmesse
2023 deutlich: Mehr als 500 Buchtitel wurden am ukrainischen Stand vorgestellt, itfinanziert und organisiert durch das Goethe Institut, in Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Buchinstitut. Gefördert durch Projektmittel des Auswärtigen Amts veranstaltete das Goethe-Institut Ukraine das diskursive Programm „Fragilität der Freiheit“, das literarische Programm „Fragilität der Schaffenden“ entstand durch die Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. So bekamen die Besucher*innen einen umfassenden Einblick in die gesellschaftspolitische Lage sowie ukrainische Kultur, Buchgestaltung und Buchkunst. Auch die Leipziger Buchmesse bot im März 2024 Raum für die literarisch-künstlerische Vielfalt des Landes. Geschichten über Widerstand, Verlust und Identität in der Ukraine standen im Zentrum des Programms, gestaltet vom Goethe-Institut in der Ukraine gemeinsam mit Mystetskyi Arsenal und in Partnerschaft mit dem Ukrainischen Buchinstitut sowie dem Ukrainischen Institut. Auch Bundes präsident Frank-Walter Steinmeier durften wir am Stand der Ukraine begrüßen.

MEDIENGEIST – GEGEN FALSCHINFORMATIONEN IN DIGITALEN RÄUMEN

Eine Initiative zur Enthüllung von Desinformationen über die ukrainische Kultur. Ermöglicht wurde die Förderung dieser Projekte durch Sondermittel des Auswärtigen Amts zur nach-
haltigen Stärkung der Resilienz von ukrainischen Kultur- und Bildungspartnern.

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OSTEUROPA – Was bewegt die Menschen vor Ort?
Der Krieg bestimmt weiterhin das Leben der Ukrainerinnen. Der Kultursektor ist für den gesellschaftlichen Reformprozess der Ukraine von entscheidender Bedeutung. Partner aus Kultur und Bildung führen ihre Programme trotz aller Widrigkeiten fort. In Kasachstan sind dekoloniale Debatten präsent, die sich besonders um Fragen der sprachlichen Identität des Landes drehen. Aber auch die ökologische Situation beschäftigt das von extremen Klimabedingun- gen geprägte Land. Die kulturelle Landschaft Russlands hat sich dramatisch verändert. Hunderte von Künstlerinnen sind ins Exil gegangen, Zensur und
Repression im Land werden verschärft, die Kontakte mit westlichen Ländern
sind erheblich eingeschränkt.

Welche Projekte hat das Goethe-Institut 2023 initiiert?

60 Kultureinrichtungen unterstützt und Projekte zur Bekämpfung von Desinformationskampagnen umgesetzt werden. In enger Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Bildungsministerium wird umfassendes, innovatives Lehrmaterial
für den digitalen Unterricht von Deutsch als Fremdsprache im ukrainischen
Sekundarschulwesen produziert.

Das Goethe-Institut in Kasachstan hat sich gemeinsam mit dem Goethe-Institut in der Ukraine in dem länderübergreifenden Projekt „DisSolutions“ mit aktuellen dekolonialen Debatten auseinandergesetzt. https://educult.at/forschungsprojekte/dissolutions-aufloesungen

Das Projekt (Dis)solutions/ (Auf)Lösungen – Dekoloniale Begegnungen des Goethe-Instituts rückt Osteuropa und Zentralasien als Regionen mit besonderer postkolonialer Prägung in den Fokus. In den dortigen kulturellen Szenen und zivilgesellschaftlichen Initiativen finden sich vielfältige dekoloniale Ansätze, die bislang jedoch meist innerhalb nationaler Grenzen verbleiben, Grenzen, die selbst oftmals kolonialen Ursprungs sind. Zugleich fehlt es marginalisierten Perspektiven auf Themen wie Identität, Geschichte, Sprache oder kulturelles Erbe an Sichtbarkeit und öffentlicher Plattform. Das Projekt wird von den Goethe-Instituten Ukraine sowie Kasachstan durchgeführt.

Die Goethe-Institute in Russland mussten durch eine von der russischen Seite verfügte Personaldeckelung die Mehrheit ihrer Mitarbeiterinnen entlassen. Sich von langjährigen Kolleginnen zu trennen, war ein sehr schmerzhafter Prozess.

2022-2023

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„Wie Sie die Ukraine und Ukrainer unterstützen, ist unglaublich. Mir fehlen die Worte, wenn ich erklären möchte, wie wichtig das ist, wie sehr ich das schätze. Die Deutschen machen jetzt so viel für uns, für unsere Kinder, für unser Land. Es ist so selten im Leben, dass das, was man sagt, gerade das ist, was man auch macht. Aber in diesem Fall ist es so. Ich bin absolut stolz, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.“ Alina Zakrevska, PASCH-Koordinatorin (Lyzeum für Informationstechnologien an der Nationalen Oles-Honchar-Universität Dnipro)

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Gerade der Angriff Russlands auf die Ukraine wird als Zeitenwende erfahren, die Verunsicherung schafft und auch die inter-nationale Zusammenarbeit wesentlich beeinflusst. In dieser Weltlage ist es wichtig, dass Verteidigungsbereitschaft und Energiesicherheit hergestellt werden. Die zunehmende Komplexität in den internationalen Beziehungen erfordert jedoch auch ein verstärktes Engagement, um das Vertrauen
zu Deutschland in der Welt zu stärken. Es geht darum, das Beziehungsgeflecht zwischen Menschen und Gesellschaften, das auch auf die politische Ebene zurückwirkt, zu festigen. Gerade hier sind die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und ihre Mittlerorganisationen gefragt. „Ihr Engagement ist gefordert wie nie zuvor, weil Kulturpolitik auch ganz klar Sicherheitspolitik ist.

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Ihre Mittlerorganisationen haben in Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in den
vergangenen Jahrzehnten weit reichende Netzwerke des Vertrauens aufgebaut. Sie sind weltweit angesehen und genießen durch ihre im Rahmen der deutschen Außenpolitik eigenständige Arbeit eine hohe Glaubwürdigkeit. Auf sie kann Deutschland gerade auch in Zeiten der Krise setzen. Ihre Netzwerke, wie beispielsweise das Goethe-Institut.

Gerade die globale Präsenz dieses Netzwerks ist angesichts der zunehmenden Krisen, die an unvorhergesehenen Orten entstehen, eine wertvolle Ressource für
die Reaktionsfähigkeit der deutschen Außenpolitik.

Die Hilfe für die Ukraine ist ein gutes Beispiel: 17.000 nahezu kostenfreie Sprachkursteilnahmen hat das Goethe-Institut zur Verfügung gestellt. Soforthilfe-
stipendien, die gemeinsam mit der Kulturstiftung des Bundes vergeben wurden, unterstützen ukrainische Künstlerinnen und Künstler. Ein Solidaritätsfonds ermöglichte es Kulturinstitutionen, auch in dieser Kriegszeit weiterzuarbeiten.

Das Programm „Goethe-Institut im Exil“ in Berlin startete mit einem Ukraine-Schwerpunkt. Über 600 deutsche Bibliotheken erhielten einen Bücherkoffer mit ukrainischer Literatur für Kinder, die ihr Land verlassen mussten. Das Auswärtige Amt stellte für diese und weitere Ukraine-Programme zusätzliche Mittel zur Verfügung. Auch die Europäische Union unterstützte.

Um ihre Wirksamkeit voll zu entfalten, brauchen sie gerade in Krisenzeiten Pflege,
großes Engagement und ausreichende Ressourcen. Denn, so Bundesaußenministerin Baerbock in ihrer Rede bei der Heinrich-Böll-Stiftung (in Russland unerwünscht)

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UNSER ENGAGEMENT FÜR DIE UKRAINE

Um die Folgen des russischen Angriffskriegs insbesondere auf den Kultur- und Bildungs-
sektor in der Ukraine abzumildern, legte das Goethe-Institut 2022 zahlreiche Programme
auf. Hierfür stellte unter anderem auch das Auswärtige Amt 11,7 Millionen Euro aus
Sondermitteln des Ergänzungshaushalts Ukraine zur Verfügung.

UKRAINISCHE LITERATUR AUF DER BUCHMESSE

Auch in den Bereichen Literatur, Film und Musik bot das Goethe-Institut Unterstützung

So wurde beispielsweise der Länderauftritt der Ukraine auf der Frankfurter Buchmesse gefördert. Neben 30 Verlegerinnen waren Autorinnen und Aktivistinnen auch aus der Ukraine nach Frankfurt gereist, unter anderen die Schriftstellerinnen Juri Andruchowytsch, Tanja Maljartschuk, Andrej Kurkow, Natalka Sniadanko und Serhij Zhadan, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, sowie die mit dem Alternativen Nobelpreis geehrte Menschenrechtsaktivistin Oleksandra Matwijtschuk.
Zum Thema Books without borders trafen sich (v. l. n. r.) Anne Bergmann (Europäischer Verlegerverband), Olena Odynoka (Ukrainisches Buchinstitut), Olena Zelenska (First Lady der Ukraine), Anastasia Bondar (Ministerium für Kultur und Informationspolitik der Ukraine) und Svitlana Denysenko (Partnerschaftsbeziehungen der Kyiv School of Economics https://kse.ua

Ukrainische Kunst gegen Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit

Das Goethe-Institut in Bonn und das Medienhaus Ströer unterstützten darüber hinaus das Künstlerkollektiv Gareleya Neotodryosh https://www.goethe.de/ins/de/de/kub/bon/gne.html mit einer deutschlandweiten Ausstellung im öffentlichen Raum. Über 700 digitale Bildschirme an Bus- und Bahnhaltestellen zeigten ukrainische Kunst aus dem Donbas in 17 deutschen Städten. https://goethemp4s.akamaized.net/resources/files/mp450/goethe_gn_final_fullhd.mp4

Das Goethe-Institut Bonn unterstützte die Ausstellung mit ausgewählten Werken, welche wichtige Thematiken wie Diskriminierung, Antifaschismus, Diversität und Weiteres behandelten. Stabilisierungsfonds in Höhe von 2,5 Millionen Euro (Soforthilfestipendien für Kulturschaffende aus der Ukraine)

Das Goethe-Institut holt junge ukrainische Kunst nach Deutschland -Widerstand
gegen Faschismus sowie als Zeichen internationaler Solidarität zu verstehen.

Der Name des Künstlerkollektivs „Gareleya Neotodryosh“ ist Programm: „eine Galerie, die nicht abgerissen werden kann“. 2020 schloss sich die Gruppe junger Künstlerinnen und Künstler zusammen. Sie stammen aus dem Donbas, einem umkämpften Gebiet im Osten der Ukraine.

Inzwischen gehören dem Künstlerkollektiv rund hundert Menschen an. Es sei aus Protest gegen einen Mangel an öffentlichem und unzensiertem Ausstellungsraum in Lyssytschansk (Oblast Luhansk) enstanden, berichtet Raoul Humpert, Projektmanager beim Bonner Goethe-Institut. Das Institut gibt nun 30 der Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, ihre Arbeiten in Deutschland zu zeigen.

Die erste Ausstellung des Künstlerkollektivs fand „als Aktion des Widerstands“ unter einer Brücke statt, die 2014 von russischen Milizen gesprengt worden war. 2016 wieder aufgebaut verband sie erneut die Städte Lyssytschansk und Sjewjerodonezk, doch nun wurde sie wieder zerstört. „Es geht ihnen immer darum, Orte in Beschlag zu nehmen, die eine Botschaft in sich tragen und öffentlich zugänglich sind“, sagt Humpert, im Kontext unabhängige Werke schaffen, die den Donbass repräsentieren.

Pop-up-Ausstellung im verlassenen Park des „Kinder und Jugendpalasts“ der Stadt Riwne. Das Graffiti bedeutet übersetzt „Schreite voran!“

20 ausgewählte Künstler https://www.goethe.de/ins/de/de/kub/bon/gne/gnk.html

https://www.deutschlandfunkkultur.de/zwischen-kudamm-und-kiew-die-ukrainian-cultural-community-in-berlin-dlf-kultur-6edca52c-100.html

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ukrainische-kunst-in-kriegszeiten-sonderausstellung-im-berliner-bode-museum-dlf-kultur-8b4405ae-100.html

https://www.deutschlandfunkkultur.de/krieg-ukrainische-kulturschaffende-unterstuetzung-100.html

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ukraine-krieg-theater-mariupol-100.html

https://www.deutschlandfunkkultur.de/musik-krieg-ukraine-jamala-alyona-100.html

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ukraine-solidaritaet-yuriy-gurzhi-100.html

Zu den wichtigsten gemeinsamen Maßnahmen zählt die neue staatliche Bildungsplattform „Allukrainische Online-Schule“. Sie ermöglicht den geflüchteten Kindern und Jugendlichen und den oft weit verstreuten Klassen trotz zerstörter Schulgebäude konzentriertes Lernen. Dank unseres Engagements hat die „Allukrainische Online-Schule“ https://www.goethe.de/de/uun/prs/med/m23/24566993.html auch Deutsch als Fremdsprache im Angebot, als einzige Fremdsprache neben Englisch.

In Zusammenarbeit mit der internationalen Nichtregierungsorganisation „Artists at Risk“ https://artistsatrisk.org wurde ein „Matching Portal“ realisiert, das Angebote von Kulturein-
richtungen aus Deutschland bündelte und an geflüchtete Kulturschaffende aus der Ukraine vermittelte. So konnten bis November 2022 über 120 Künstler*innen mit knapp 60 Institutionen bundesweit zusammengebracht werden, etwa Artem Volokitin, Tetiana Malinovska, Anna Moskalets und Valeriia Buchuk aus der Ateliergemeinschaft artifact e.V. https://artfacts.net/institution/artifact-e-v-potsdam in Potsdam. Im Bild die Tanzperformance „Every Minute Motherland“ von Maciej Kuzminski.

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EUNIC-PRÄSIDENTSCHAFT – Das Goethe-Institut richtete im Juni 2022 die Generalversammlung der Nationalen Kulturinstitute der Europäischen Union (EUNIC) in München aus. https://eunic-berlin.eu

Wichtige Mitglieder: Bekannte Institute wie das Goethe-Institut (Deutschland), das British Council (Vereinigtes Königreich, assoziiertes Mitglied) und das Institut français sind Teil des Netzwerks. Es hat seinen offiziellen Sitz seit 2011 als gemeinnützige Organisation in Brüssel. Finanziert wird die Arbeit unter anderem durch das Programm „Kreatives Europa“ der Europäischen Kommission. https://culture.ec.europa.eu/de/creative-europe/about-the-creative-europe-programme (Wahrung, Entwicklung und Förderung der europäischen kulturellen und sprachlichen Vielfalt und des europäischen Kultur- und Spracherbes)

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IN EINER NEUEN ZEIT – Das „Goethe-Institut im Exil“ ist Begegnungsort, Schutzraum und Bühne für Kulturschaffende, die wegen Krieg oder Zensur in ihrem Heimatland nicht mehr arbeiten können. Zum Auftakt des Projekts fand im Herbst 2022 ein viertägiges Festival mit ukrainischen Künstlerinnen und Expertinnen aus aller Welt statt.

„Alarm“ heißt die Performance-Installation des ukrainischen Künstlers Vlad Troitskyi, Gründer des Centers of Contemporary Art in Kiew https://museum-portal.com/en/museums/35_m17-contemporary-art-center. Gezeigt wird die Arbeit im Kontext des Programms „Goethe-Institut im Exil: Ukraine“, das im Kunsthaus ACUD https://www.acud.de Performances, Lesungen, Ausstellungen, Filmvorführungen und Diskus- sionen bietet. Das Goethe-Institut musste zuletzt – aufgrund von Kriegen oder Repressionen – seine Arbeit etwa in Belarus einstellen. Um dennoch den Kulturaustausch aufrechtzuerhalten, wurde
in Berlin das „Goethe-Institut im Exil“ geschaffen. Als Begegnungsort und Bühne für geflüchtete Künstler*innen.
Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, erinnert an 2016, als schon das Goethe-Institut Damaskus ins Exil gehen musste. Damals adressierte er das Publikum auf Arabisch, jetzt, im ACUD, spricht er ein paar Worte Ukrainisch. „Das zeigt, wie sich die Welt verändert hat“, sagt er. „Nicht zum Besseren.“ An der Wand des ACUD-Studios hängen großformatige, streng komponierte Schwarz-Weiß-Fotografien von Igor Gaidai, „Razom.ua“ heißt seine Ausstellung. Eines der Bilder zeigt das größte Frachtflugzeug der Welt, die Antonov An-225, die schon in der ersten Invasionswoche von russischer Artillerie getroffen wurde.

„Mriya“ wurde der Flieger genannt, auf Deutsch „Traum“. „Russland mag unsere ‚Mriya‘ zerstört haben“, twitterte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba, „aber es wird nie unseren Traum von einem starken, freien und demokratischen europäischen Land zerstören.“

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Mit der „GETVICO24+https://www.goethe.de/de/spr/sbp/g24.html organisieren wir darüber hinaus eine globale, vollständig virtuelle Konferenz. Eine Besonderheit der „GETVICO“ liegt in ihrem Motto „Von Lehrkräften für Lehrkräfte“. Neben renommierten DaF-Wissenschaftler*innen bekamen hier auch sehr viele Lehrende, die sonst nicht auf Fachtagungen auftreten, eine Gelegenheit zur Präsentation ihrer Ergebnisse aus Forschung und Unterrichtspraxis. Verlage konnten zudem die Ansätze hinter ihren neuen Lehrmaterialien präsentieren, Lehrkräfte erfuhren von aktuellen Projekten des Goethe-Instituts aus dem Sprachbereich. Der Austausch blieb dabei durchgehend fachlich, selbst im angespannten politischen Kontext mit Teilnehmer*innen sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine.

Präsentationen Getvico24

https://www.goethe.de/de/spr/sbp/g24/pra.html#accordion_toggle_26022254_5

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„CITIES AHEAD“ https://www.goethe.de/de/kul/wis/bik/cah.html ist ein vom Goethe-Institut initiiertes europä isches Programm zur Qualifizierung, Beratung und Vernetzung von europäischen Städten. Es unterstützt Kommunen, die das vorhandene Potenzial des Kultur- und Kreativsektors bestmöglich nutzen wollen und eine internationale Sichtbarkeit anstre-
ben, bei der kulturellen Stadtentwicklung. Ein Teil von „Cities Ahead“ ist eine offene Ausschreibung für internationale Projekte in den Städten.

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MITTELOSTEUROPA

Was bewegt die Menschen vor Ort?
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, da die Erinnerungen an die
eigene sowjetische Besetzung noch frisch sind.
Die Region Mittelosteuropa
grenzt unmittelbar an Belarus, Russland und die Ukraine. Polen und Tschechien
haben neben Deutschland die meisten Geflüchteten aus der Ukraine aufge-
nommen. Die Betroffenheit und Ängste der Menschen in der Region sind daher
greifbar.

Welche Momente bleiben in Erinnerung?
Die unzähligen ukrainischen Geflüchteten, die nach dem Beginn des Angriffskriegs über die Grenze nach Polen kamen. Darunter viele Kolleginnen und Kollegen des Goethe-Instituts in Kiew und deren Kinder, viele Kulturpartner und Deutschlehrende. Besonders unser Team in Warschau hat mit großem persönlichem Einsatz schnell und unbürokratisch Hilfe geleistet.

Was ist für 2023/24 geplant?
Das EU-Projekt „CycleUp!https://www.goethe.de/prj/cyc/en/index.html verbindet in den nächsten vier Jahren die Themen Kunst, Nachhaltigkeit und Radfahren. Zusätzlich startete das EU-Projekt „Perspectives“ mit dem Aufbau eines mittelosteuropäischen Redaktionsnetzwerks zur Stärkung der Zivilgesellschaft und des unabhängigen Journalismus mit Partnern aus Tschechien, der Slowakei, Polen, Ungarn und Litauen. https://www.goethe.de/prj/per/en/index.html (PERSPECTIVES wird von der Europäischen Union kofinanziert und von einem transnationalen Redaktionsnetzwerk unter der Leitung des Goethe-Instituts umgesetzt. Das Projekt bietet Ihnen anregende, multiperspektivische Inhalte zu einem breiten Spektrum von Themen von gesamteuropäischer Bedeutung und Relevanz.)

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OSTEUROPA

Was bewegt die Menschen vor Ort?
Der Krieg und die Verteidigung der eigenen Identität bestimmen das Leben der Ukrainerinnen, sowohl in der Ukraine als auch im Ausland. Verzweiflung und Horror stehen der Sehnsucht nach schnellem Wiederaufbau und normalem Leben in einem freien, sicheren Land gegenüber. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine nahmen auch die Repressionen in Russland zu, wurden Gesetze zur freien Meinungsäußerung verschärft, mit der Folge, dass unab-hängige Kulturakteurinnen, kritische Medien und zivilgesellschaftliche Initiativen weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden sind.

Welche Projekte hat das Goethe Institut 2022 initiiert?

Das Goethe-Institut hat einen maßgeblichen Beitrag zur Resilienz der ukrainischen Kultur- und Bildungslandschaft geleistet, einerseits über die agile Anpassung umfassender Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen des EU-Projekts „House of Europe“, andererseits über ein großes Unterstützungspaket mit Sondermitteln des Auswärtigen Amts.

Mit Unterstützung des Goethe-Instituts trat erstmals ein weibliches zentralasiatisches Künstler-Kollektiv auf der documenta in Kassel auf. Die Ausstellung „Nebel des Krieges“ https://www.zwetajewa-zentrum.de/veranstaltung/vom-nebel-des-kriegs-ausstellung in Baku, Tbilissi und Almaty zeigte die Sicht von Künstler*innen aus Deutschland, Aserbaidschan, Kasachstan, Georgien und der Ukraine auf den Krieg.

https://www.zwetajewa-zentrum.de/?s=vom+nebel+des+kriegs

Zitat: Wenn der Ukraine-Krieg einerseits unmenschliche Barbarei zu Tage fördert, dann offenbart er andererseits auch in der Zivilbevölkerung Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und heldenhaften Mut. Ein noch nicht ausgemachter militärischer Erfolg der einen Seite kann den moralischen Sieg der anderen Seite nicht aufhalten.

Die Ausstellung war in Tbilissi, Baku und Almaty zu sehen und wurde kuratiert von Alfons Hug, dem Leiter des Goethe-Zentrums Baku. Eine internationale Kunstausstellung des Goethe-Zentrums Baku in Kooperation mit dem Zwetajewa-Zentrums an der Universität Freiburg e.V. https://www.zwetajewa-zentrum.de (Das Zwetajewa-Zentrum ist zutiefst bestürzt und entsetzt über den verbrecherischen Überfall auf die Ukraine, der von der russischen Regierung und Putin angeordnet wurde) Wir verurteilen auf das Schärfste das völkerrechtswidrige Vorgehen und die Gräueltaten der russischen Truppen in diesem Krieg gegen die Ukraine, gegen die Freiheit und die Demokratie.

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SÜDOSTEUROPA

Was bewegt die Menschen vor Ort?
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wirkt sich gesellschaftlich und wirtschaftlich auf die Länder Südosteuropas aus: Am direktesten betroffen sind die Anrainerstaaten Rumänien und die Republik Moldau, deren Einwohner*innen sich unmittelbar bedroht fühlen. In einigen postsozialistischen Balkanländern gilt es, das Verhältnis zu Russland zu klären.

2021-2022

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Seite 4

Carola Lentz – Präsidentin/President

Der brutale Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hält die Welt seit Februar in Atem. Zahlreiche Ukrainerinnen und Ukrainer sind dem Krieg bereits zum Opfer gefallen, viele mussten ihre Häuser verlassen und sind in die Nachbarländer und nach Deutschland geflohen. Und während ich diese Zeilen am Osterwochenende schreibe, scheint Frieden oder auch nur ein Waffenstillstand nicht in Sicht.
Bedeutet dieser Krieg eine Zeitenwende für uns alle, wie vielfach betont wird? Wie verändert sich die Bedeutung des Kulturaustauschs, bleibt er eine starke dritte Säule der Außenpolitik? Über diese Fragen denken wir im Goethe-Institut gemeinsam mit unseren Partnern in aller Welt intensiv nach. Die enge Einbindung der Ukraine in unsere europäischen Netzwerke führt uns vor Augen, wie sehr dieser Krieg uns alle angeht. Deutlich wird auch: Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen unserer Arbeit als weltweit tätiges Kulturinstitut. Spürbar wird das beispielsweise mit Blick auf Russland und die Frage nach den Grenzen von Dialog und Kulturaustausch. Der Druck auf Kulturschaffende
und zivilgesellschaftliche Akteure wächst. Nicht nur in der Ukraine und in Russland sind sie auf unterschiedliche Weise in Gefahr.

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Johannes Ebert – Generalsekretär/Secretary-General ; Rainer Pollack Kaufmännischer Direktor/Executive Director

Allzu oft in letzter Zeit entsteht das Gefühl, die Welt bricht auseinander: Russlands Angriff auf die Ukraine, die Abschaffung zivilgesellschaftlicher Freiheiten in Belarus.

SOLIDARITÄT

Auf diesen Seiten informieren wir Sie über die unmittelbaren Reaktionen des Goethe-Instituts auf den Krieg in der Ukraine

Olena Beketova: Seit dem 7. März befinde ich mich in Deutschland. Meine Flucht hat fünf Tage gedauert. Das Goethe-Institut ist seit 1993 in der Ukraine tätig. Im März wurde deswegen das Nothilfeprogramm für Kulturschaffende aus der Ukraine vom Goethe-Institut mit der Kulturstiftung des Bundes aufgesetzt. Gemeinsam mit der NRO Artists at Risk hat das Goethe-Institut zudem eine Plattform eingerichtet für die Vermittlung von ukrainischen Künstler*innen und Kulturschaffenden an deutsche Gasteinrichtungen.

Tetiana Boiko: Meine Unterkunft in Reutlingen für meine Schwester, meinen Neffen, zwei Kolleginnen vom Goethe-Institut und mich habe ich unserer Leitung der Spracharbeit in Kyiv zu verdanken. Ich habe die ukrainische Hauptstadt am 25. Februar verlassen, um mit dem Zug in meine Heimatstadt Iwano-Frankiwsk zu fahren. Von Lwiw aus bin ich dann lieber mit dem Bus weitergefahren. Eine Woche später, nach der Bombardierung eines Atomkraftwerks im Süden, sind wir über Budapest und Salzburg nach Deutschland geflohen.

NOTHILFEFONDS FÜR UKRAINISCHE KULTURSCHAFFENDE ; VERMITTLUNG VON UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTEN FÜR KULTURSCHAFFENDE AUS DER UKRAINE ; UNTERSTÜTZUNG FÜR UKRAINISCHE PASCH-SCHULEN ; DEUTSCHKURSE FÜR UKRAINER*INNEN ; MEIN WEG NACH DEUTSCHLAND – INFORMATIONEN FÜR UKRAINER*INNEN ; VOICE OF UKRAINE – DAS KYIV SYMPHONY ORCHESTRA
AUF DEUTSCHLAND-TOUR ; „UKRAINISCHE ONLINE-SCHULE“

Kulturforum in Sumy im November 2021 im Nordosten der Ukraine. Seit 2014 organisiert das Goethe-Institut in der Ukraine zusammen mit seinen Partnern Projekte, die die Entwicklung der Kultur in ländlichen Gebieten und kleinen Städten fördern. https://www.kulturmanagement.net/Themen/Lage-der-Kultur-im-Krieg-in-der-Ukraine-Es-muss-jetzt-weitergehen,4425 https://www.kupoge.de

Was niemand kommen sehen wollte

Jetzt ist das passiert, was keiner für möglich halten wollte. Nach acht Jahren Krieg in der Ostukraine, greift Wladimir Putin seit dem 24. Februar 2022 in einem Angriffskrieg – wie wir ihn in Europa nicht mehr für möglich gehalten haben, nach der Herrschaft in der gesamten Ukraine: Ausgang ungewiss. 

Aufzeichnung Web-Talk vom 07.03.22: Unterstützung ukrainischer Kulturmacher*innen

Am Gespräch nahmen teil:

  • Viktoriia Vitrenko, ukrainische Sängerin, Dirigentin und Kulturinitiatorin
  • Mariana Sadovska, ukrainische Sängerin und Komponistin
  • Yaroslav Minkin, Kulturaktivist, Vorsitzender der Jugendorganistion STAN und Trainer Cultural Leadership Academy Ukraine, Iwano-Frankiwsk
  • Denys Barabanza, Kulturmanager und Trainer Cultural Leadership Academy Ukraine, Saporischschja
  • Roman Melish, u.a. Chorleiter, Kyjiw, derzeit hält er sich in der Nähe von Lwiw auf
  • Christian Diemer, Projektleiter »House of Europe«/Goethe-Institut Ukraine.
  • Gitte Zosch (IfA)
  • Marc Gegenfurtner (LH Stuttgart)

NGOs wie die Jugendorganisation „STAN“ in Ivano-Frankivsk * https://stan.org.ua fungieren etwa als Schutzorte für Kulturschaffende, die ihre Heimatorte verlassen mussten. Die Theater- und Opernhäuser des Landes von Tschernihiw bis Odessa fungieren als Versorgungsorte mit Essen und 1. Hilfe, stellen aber auch ihre Infrastruktur und Arbeitskraft für die ukrainische Armee zur Verfügung.

* Gründer: https://grokipedia.com/page/yaroslav_minkin https://www.linkedin.com/in/yaroslav-minkin https://en.wikipedia.org/wiki/Yaroslav_Minkin Er ist Trainer des Cultural Transformation Lab im Goethe-Institut und unabhängiger Vermittler in den Ländern der Östlichen Partnerschaft (seit Januar 2017 in Kiew)

Museen werden zu Bunkern umfunktioniert, wie zum Beispiel das Sport-Museum in Saporischschja.

Es wird auch um die Frage gehen, wie sich gegen Putin kritisch eingestellte russische Kulturschaffende und ukrainische Kulturschaffende austauschen können, ohne sich vom Malstrom der Politik auseinander dividieren zu lassen.

Perspektive für kleinere Gemeinden und Städte.

Von da an gab es viele weitere Ansätze, die allesamt sehr gut dokumentiert sind, meistens mehrsprachig (Übersicht hier: https://www.goethe.de/resources/files/pdf208/goethe_cultural_leadership_academy_champion_of_change1.pdf (CLA-CULTURAL LEADERSHIP ACADEMY)

Auszug Seite 41 (CLA)

Hauptziele im Feld der Ermächtigung:

  • Ermächtigung (Empowerment) durch Austausch, Netz werken, Wissen/Lernen, Reflexion, Anwendung
  • Verbesserung der Selbstwirksamkeit aller Teilnehmer*innen
  • Anwendung des Ansatzes der »Masters of Interspaces« und Schaffung eines
    Netzwerks qualifizierter Kulturmanager*innen in der gesamten Ukraine

Seite 26 – Johannes Ebert ist seit 2012 Generalsekretär und Vorstandsvorsitzender des Goethe-Instituts.

Russland ist das Land mit den meisten Deutschlernerinnen und -lernern weltweit.

Und: Russland ist der Aggressor. Deshalb sind in diesem Krieg möglichst harte wirtschaftliche und politische Sanktionen gegen das offizielle Russland unabdingbar.

Daher ist es auch nachvollziehbar, dass wichtige deutsche Kulturinstitutionen ihre Kooperationen mit ihren großen staatlichen Partnern in Russland auf Eis gelegt haben.

Was wichtig bleibt, ist jedoch die Kultur-Kooperation jenseits repräsentativer Großprojekte. Zivilgesellschaftliche Kulturakteure zu unterstützen, die nicht die offizielle Linie ihres Landes vertreten, und die deutsche Sprache zu unterrichten als Zugang zu einer anderen, einer weiteren Welt. Es geht darum, die kulturelle Isolation des Einzelnen, die von den Machthaberinnen und Machthabern angestrebt wird, aufzuweichen und Alternativen anzubieten.

In der politischen Diskussion in Deutschland fällt nach dem russischen Überfall auf die Ukraine häufig das Wort „Zeitenwende“.

Eine wichtige Frage ist auch, wie wir in Zukunft antidemokratischer Propaganda entgegenwirken. Dazu gibt es durchaus erfolgreiche, von der EU unterstützte Programme, etwa zur Förderung der Medienkompetenz von jungen Menschen in Russland. Und gleichzeitig müssen wir die fördern, die ihre Stimme gegen die Diktatur erheben. In einer Welt, in der nationalistische Narrative zusehends in Gewalt münden, müssen wir noch intensiver in die Erzählungen von Offenheit und Freiheit investieren.

Seite 55

LEBENSZEICHEN

Das EU-Programm „House of Europe“ wurde zu einer der wichtigsten Förderorganisationen der ukrainischen Kultur und Zivilgesellschaft. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine muss es sich neu erfinden.

Das House of Europe nach dem 24. Februar 2022 ist eines des Überlebens, der akuten Notfallhilfe. Der Großteil des Teams von House of Europe ist noch in der Ukraine vor Ort. Von Teilen des House of Europe-Budgets werden Schutzgüter und Erste Hilfe bezahlt, um Leben zu retten. Der Pop-up-Hub in Charkiw wurde zum medizinischen Zentrum umfunktioniert. Zwischen von House of Europe finanzierten Buchübersetzungen und Info-Flyern lagern jetzt humanitäre Güter. Die Partner geben per Mail ein Lebenszeichen: „Wir leben und werden niemals jemandem unsere schöne Stadt überlassen.“

Zuwendungsempfänger*innen aus Mariupol nutzen die jüngst ausgezahlte Tranche, um Mitglieder ihrer Nichtregierungsorganisation aus der belagerten Stadt zu evakuieren.

Mit Notfallstipendien unterstützt das House of Europe seine mehr als 900 Alumnae und Alumni. Es vergibt Geld für die Evakuierung von Kunstschätzen und Kulturerbe aus mehr als 30 Museen, für die – Dokumentation russischer Kriegsverbrechen – und für die Wiederausstattung kriegsgeschädigter Kultureinrichtungen. Mehr als 1,5 Millionen Euro werden im Rahmen des Krisenpakets innert kürzester Zeit fließen.
Christian Diemer ist Projektleiter „House of Europe“ am Goethe-Institut in der Ukraine.

House of Europe ist ein EU-finanziertes Programm, das unter Federführung des Goethe-Instituts gemeinsam mit British Council, Institut français und Tschechischem Zentrum umgesetzt wird. Das Programm mit einem Budget von 12,2 Millionen Euro dient der Vernetzung von Vertreterinnen von sechs professionel- len Sektoren der Ukraine – Kultur und Kreativwirtschaft, Bildung, Gesundheit, soziales Unternehmertum, Medien, Jugendarbeit – mit ihren Kolleginnen in der EU und dem Vereinigten Königreich.

Seite 74

Iryna Sayevich, eine Journalistin, die für das Fernsehen über den Krieg aus der Ukraine berichtet, während ihre Familienangehörigen direkt an der Verteidigung des Landes beteiligt sind und mit jedem Kriegstag ihr Leben aufs Spiel setzen, sagt: „Grenzüberschreitender Journalismus ist heute notwendiger als je zuvor.

Seite 100

Was ist für 2022/2023 geplant?
Durch die unmittelbare Nachbarschaft der Region zur Ukraine sind etliche Planungen vor neue Herausforderungen gestellt worden und daher erst im Entstehen. Bestätigt ist das EU-Projekt „Debate Your Issue“ https://www.goethe.de/ins/cz/en/kul/the/dyi.html dessen Vorläufer erfolgreich mit über 300 jungen Menschen abgeschlossen wurde. Es hat sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein von jungen Europäer*innen (18 bis 25 Jahre) für die Bereiche Politik, Demokratie, Toleranz und deren Bedrohungen durch Desinformation, Intoleranz, Polarisierung oder Hatespeech zu stärken.

https://www.jugend-debattiert-weltweit.de https://www.goethe.de/prj/jad/cs/index.html https://www.goethe.de/ins/cz/en/kul/the/dyi/lanky.html

Seite 110

OSTEUROPA

Was bewegt die Menschen vor Ort?
Der Schrecken und die Brutalität des Krieges in der Ukraine. In Armenien, Georgien und Kasachstan gestrandete Menschen, die vor dem Krieg aus der Ukraine und vor politischer Repression aus Belarus und Russland geflüchtet sind. Die Angst vor einer Invasion in Georgien. Nach wie vor angespannte Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Gewaltsame Proteste in Kasachstan Anfang Januar. Inflation und steigende Preise.

Seite 120

SÜDOSTEUROPA

Was bewegt die Menschen vor Ort?
Der Krieg in der Ukraine weckt bei vielen Menschen auf dem Westbalkan und in den Anrainerstaaten Rumänien und der Republik Moldau verdrängte Erinnerungen und Ängste.


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