Hensoldt hofft auf Arbeitsplätze aus der Automobilbranche-Kriegsindustrie

HENSOLDT und Bosch bauen bei Stuttgart ein Entwicklungszentrum mit 300 Jobs auf (Foto: IT BOLTWISE)
HENSOLDT und Bosch bauen bei Stuttgart ein Entwicklungszentrum mit 300 Jobs auf (Foto: IT BOLTWISE)

Die Software-Experten von Hensoldt https://www.hensoldt.net und Bosch https://www.bosch.com/de planen, gemeinsam vom Strukturwandel in der Automobil-branche zu profitieren beziehungsweise ihn zu mitigieren. Das bayerische Rüstungsunternehmen will nahe der baden-württembergischen Landes-hauptstadt Stuttgart ein Entwicklungszentrum mit rund 300 Stellen aufbauen. https://live.deutsche-boerse.com/news/Hensoldt-plant-neues-Entwicklungszentrum-bei-Stuttgart-740de578-607e-47ca-ba58-c60fcf05e7de

https://www.it-boltwise.de/hensoldt-und-bosch-bauen-bei-stuttgart-ein-entwicklungszentrum-mit-300-jobs-auf.html

Zu diesem Zweck hat das Unternehmen aus Taufkirchen, freie Flächen in einem leerstehenden Gebäude eines Bosch-Standorts in Leinfelden-Echterdingen angemietet.

Solche Standort- und Flächenentscheidungen sind in der Praxis mehr als Immobilienpolitik, weil sie den Takt für Recruiting, Tools und Entwicklungsum-gebungen festlegen. Bis Ende 2026 sollen die Flächen bezogen werden; bis Ende
2027 sollen die rund 300 Stellen besetzt sein.

Qualifiziertes Personal von Bosch aus den Bereichen Systementwicklung, Soft-wareentwicklung und Elektrotechnik kann sich auf einen Stellenwechsel am Standort bewerben. Laut Unternehmensangaben sollen die Flächen noch in diesem Jahr bezogen werden. Im darauffolgenden Jahr strebt Hensoldt an, alle 300 Stellen besetzt zu haben.

Die Sensorik-Experten sind in Baden-Württemberg bereits an mehreren Standorten vertreten. Dazu zählen Ulm, Oberkochen, Immenstaad am Bodensee, Pforzheim und Aalen.

Von der Automobilbranche zu SDD In Leinfelden-Echterdingen plant Hensoldt, Technologien im Bereich der Software-Defined Defence voranzutreiben.

Software-Defined Defence (SDD) ist das Leitkonzept der digitalen Transformation moderner Streitkräfte.
Software-Defined Defence (SDD) ist das Leitkonzept der digitalen Transformation moderner Streitkräfte.

Pioneering Software-Defined Defence - Agilität, Interoperabilität und Souveränität im Gefechtsfeld

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Konkret geht es dabei um Software-Architekturen für vernetzte, updatefähige Verteidigungssysteme sowie die Weiterentwicklung von Entwicklungs-prozessen.

Inhaltlich benennt HENSOLDT zwei Schwerpunkte: Software-Architekturen für vernetzte und updatefähige Verteidigungssysteme sowie die Weiterentwicklung von Entwicklungsprozessen. Interessant ist dabei der Verweis auf Entwicklungs-prozesse, wie sie in der Automobilentwicklung seit Jahren etabliert sind. Damit sind in der Regel nicht nur agile Methoden gemeint, sondern eine Kombination aus abgestimmten Engineering-Disziplinen, durchgängigen Toolchains und strukturierten Freigabemechanismen. Bei sicherheitskritischen Systemen bedeutet das meist: weniger „Ad-hoc“-Integration, mehr Prozessdisziplin über Module hinweg, definierte Schnittstellen und ein nachvollziehbares Vorgehen von
der Anforderung bis zur Versionierung. Genau darauf zielt ein Entwicklungs-zentrum ab, das sich explizit auf Architektur und Prozessorganisation statt nur auf reine Implementierung fokussiert.

Aus Sicht des Unternehmens verfüge die Automobilbranche über weitreichende Fähigkeiten in diesen Bereichen. Bosch wiederum sieht die Zusammenarbeit mit Hensoldt vor allem als Chance, dem Strukturwandel in der Automobilbranche zu begegnen. Denn der Zulieferer steckt seit Jahren in der Krise. Das schlägt sich auch beim Personal nieder. 22.000 Stellen stehen bei Bosch in den kommenden Jahren auf der Streichliste.

Man habe frühzeitig damit begonnen, den Strukturwandel in der Automobil-industrie aktiv zu gestalten. Ziel sei es, wertvolle Kompetenzen in der Region zu halten und die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg zu sichern, gab das Unternehmen zu Protokoll.

Für Unternehmen in der Tech- und Software-Engineering-Welt lässt sich aus dem Schritt von HENSOLDT und Bosch vor allem ein Muster ableiten:
Kooperationen mit etablierten Technologiepartnern werden zu Rekrutierungs- und Skalierungsinstrumenten, wenn eine Region gleichzeitig unter Strukturwandel und Fachkräfteknappheit leidet. Bosch adressiert den Wandel laut Quelltext mit Maßnahmen zur Anpassung von Personal und Strukturen; HENSOLDT schafft parallel neue Rollen im Engineering.

Hensold Standorte: https://www.hensoldt.net/de/company/country-hubs

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Standorte Deutschland

Taufkirchen

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Hier arbeiten rund 540 HENSOLDT-Mitarbeiter an hoch entwickelten elektronischen Systemen zur Ausrüstung von Bodensystemen, Flugzeugen und
Hubschraubern. Der Standort blickt auf eine reiche Tradition in der Luft- und Raumfahrt zurück, die mit Namen wie Messerschmitt, Bölkow und DASA verbunden ist.

Ulm

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In der international renommierten Radarhochburg am HENSOLDT-Standort
Ulm entwickeln und produzieren mehr als 3000 Mitarbeiter komplexe Sicherheits-elektronik.

Der Standort ist auf Hochfrequenztechnik fokussiert und hat seine Wurzeln in namhaften Vorgängerfirmen wie Telefunken, AEG und EADS. Ein großer Teil der Mitarbeiter sind Ingenieure, vor allem aus den Bereichen Nachrichtentechnik und Elektrotechnik.

Oberkochen

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In Oberkochen entwickeln, konstruieren und produzieren rund 900 Mitarbeiter modernste optische und optronische Geräte für militärische, zivile und sicherheitstechnische Anwendungen.

Der Standort in Oberkochen ist die größte Entwicklungs- und Produktionsstätte von HENSOLDTs Optronics-Division. In der Produktionsstätte für Sensorkompo-nenten, dem Periskop-Turm sowie der Land- und Weltraumfertigung werden die hochkomplexen Sensoren für die verschiedenen Plattformen für Land-, Luft-, See- und Weltraummissionen hergestellt.

Fürstenfeldbruck

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Der Firmensitz der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH befindet sich seit 2007 in Fürstenfeldbruck. Die ESG – seit April 2024 Teil von HENSOLDT – ist ein herstellerunabhängiger Systemintegrator sowie Technologie- und Innovations-partner für Verteidigung und öffentliche Sicherheit.

Rund 900 Mitarbeiter treiben mit ihren Lösungen und Dienstleistungen
die sichere Digitalisierung und Vernetzung in allen Dimensionen voran.

Immenstaad

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Am Standort in Immenstaad bei Friedrichshafen entwickeln und fertigen
wir Produkte im Bereich Situational Awareness Solutions. Darüber hinaus
sind hier auch Teams aus den Bereichen Customer Support und Space &
Airborne Radars angesiedelt.

Unser südlichster Standort in Deutschland mit rund 420 Mitarbeitern
ist ein Zentrum für die Entwicklung und den Bau von Satelliten und Instrumenten.

Pforzheim

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Pforzheim ist der Hauptsitz von HENSOLDT Avionics, der ehemaligen EuroAvionics-Gruppe, die im August 2017 von HENSOLDT übernommen wurde.
Unsere Avionik-Sparte ist ein führender Hersteller von Situational-Awareness- und Mission-Management-Systemen.

Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet zertifizierte Avionik-Systeme, die mit einer Vielzahl von Avionik- und Sensorsystemen von Drittan-bietern verbunden sind. Die High-End-Produkte sind weltweit im Einsatz und zeichnen sich durch ihre Flexibilität und ihr modulares Konzept aus.

Wetzlar

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Wetzlar ist eines der wichtigsten Zentren für Optik und Feinmechanik in Deutschland. Am Standort Wetzlar werden Zieloptiken und optronische Geräte
wie Restlicht- und Wärmebildgeräte für den Einsatz an Handwaffen, Feuerleit-systeme für Schulterwaffen sowie Panoramaperiskope, Hilfsvisiere und Fahrer-sichtsysteme für gepanzerte Fahrzeuge entwickelt und produziert. In klassischer mechanisch-optischer Tradition sind auch hochvergrößernde Fernrohre, so genannte Spotter, ein fester Bestandteil des Produktportfolios.

Aalen

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Unser 2021 gegründetes Integrated Solution Center in Aalen widmet sich inner-halb von HENSOLDT Optronics speziell der Entwicklung, Produktion und Präsen-tation von Sensornetzwerklösungen für bodengestützte Systeme.
Hier arbeiten rund 70 Kolleginnen und Kollegen intensiv an der Veredelung von ursprünglichen Sensordaten zu missionsrelevanten Informationen.

Kiel

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Am HENSOLDT-Standort Kiel sind rund 60 Mitarbeiter im Bereich Customer Support tätig und erbringen im Auftrag der Bundeswehr und internationaler Kunden den Service für eigene und fremde Produkte in den Bereichen Radar, Aufklärung und Kommunikation. Zu ihren Aufgaben gehören die Installation und Integration von elektronischen Anlagen, Systemen und Geräten sowie die Montage von Antennensystemen.

Unsere Mitarbeiter aus Kiel, einem Standort, der ursprünglich wegen seiner Nähe zur Bundesmarine gewählt wurde, machen sich heute auf den Weg zu ihren Einsätzen in Deutschland und Europa, aber auch in die USA, nach Malaysia, Thailand oder Indien.

Wilhelmshaven

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Seit seiner Gründung im Jahr 2022 hat der HENSOLDT-Standort Wilhelmshaven ein dynamisches Wachstum erlebt und ist von 20 auf fast 80 hochqualifizierte Mitarbeiter angewachsen. Viele Teammitglieder bringen umfangreiche Erfahrungen aus der Marine und der Bundeswehr mit, was eine umfassende Fachkompetenz gewährleistet.

Dieser Standort spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Marine-einsätzen und bietet End-to-End-Lösungen in den Bereichen Systemtechnik, Systementwicklung, Projektmanagement sowie maritime Software- und Datendienste. In enger Zusammenarbeit mit dem HENSOLDT-Schiffs-konstruktionsbüro KBN in Bremen https://www.kbn-cad.de unterstreicht der Standort Wilhelmshaven unser Engagement, innovative und qualitativ hochwertige Lösungen für den maritimen Sektor zu liefern.

Herzberg

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An diesem Standort liegt der Schwerpunkt auf dem STH-Programm, insbesondere dem schweren Transporthubschrauber CH-47F Chinook. Das Team ist für die Einführung und das Hosting von IT-Systemen verantwortlich
und gewährleistet die nahtlose Integration der digitalen Infrastruktur zur Unterstützung des Betriebs. Darüber hinaus planen sie zukünftige Aktivitäten in Deutschland mit dem Ziel, effiziente und zuverlässige Prozesse zu etablieren. Der Standort erbringt Beratungs- und Koordinationsleistungen im Zusammenhang mit der Zulassung von Luftfahrzeugen nach DEMAR-Standards.

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Zusammenarbeit mit Boeing, die durch ein Teaming Agreement gestärkt wird. Das Team berät Boeing beim STH-Beschaffungsprogramm und übernimmt im Rahmen dieser Kooperation technische und logistische Arbeitspakete. Die ESG ist als deutscher Industrie-partner von Boeing im Rahmen des STH-Programms maßgeblich an diesen Arbeiten beteiligt. https://www.lufthansa-technik.com/en/boeing-esg-and-lufthansa-technik-expand-partnership-to-support-german-p-8a-poseidon-fleet-e1a802ad073929c5

Darüber hinaus fungiert der Standort als Systemlieferant für Aircraft Ground Equipment (AGE) und spielt damit eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung der
Einsatzbereitschaft. https://aircraftgroundequipment.com

Koblenz

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Mit seinen 100 Mitarbeitern fungiert der Standort als Verbindungsstelle für das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) https://www.bundeswehr.de/de/organisation/ausruestung-baainbw

Die Bereiche Luft, Land, See und Cyber sind an diesem Standort gleichermaßen vertreten, was die vielseitige Ausrichtung des Standortes unterstreicht. Im Mittel-punkt der Zusammenarbeit mit dem BAAINBw steht die Ausstattung der Bundes-wehr mit moderner und sicherer Wehrtechnik, einschließlich der Bereiche Entwicklung, Erprobung, Beschaffung und Nutzungsmanagement.