Rheinmetall stellt neue Fregatte vor

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall strebt an, das Unternehmensprofil im Bereich maritimer Technologie zu schärfen. https://www.rheinmetall.com/de/media/news-watch/news/2026/08/2026-08-03-rheinmetall-praesentiert-mit-der-gmf140-die-fregatte-der-naechsten-generation

https://www.rheinmetall.com/de/produkte/marineschiffe/fregatten/gmf-140
https://www.rheinmetall.com/de/produkte/marineschiffe/fregatten/gmf-140

Bisher traten die Düsseldorfer vornehmlich als Technologielieferant für Schiffs-geschütze, Munition, Schutzsysteme und Elektronikkomponenten im Marinesektor in Erscheinung. Mit der GMF140 stellt der größte deutsche Rüstungskonzern nun erstmals ein Konzept für eine eigene Mehrzweckfregatte vor.

Die Pläne sehen ein 140 Meter langes und über 6.000 Tonnen verdrängendes Schiff vor. https://www.rheinmetall.com/de/produkte/marineschiffe/fregatten/gmf-140 Darüber hinaus setzen die Düsseldorfer auf US-amerikanische Technologie. Denn Rheinmetall installiert in das erste hauseigene Fregattenprojekt das Aegis Combat System. Dieses ist laut Herstellerangaben flexibel mit ver-schiedenen Führungs- und Waffeneinsatzsystemen kompatibel. Dazu zählt unter anderem das CMS330 Combat Management System von Lockheed Martin.

Zum Einrüsten von Wirkmitteln wird die Fregatte über 64 vertikale Startzellen (Strike-Length Vertical Launch System) verfügen. Rheinmetall gibt sich überzeugt, dass diese Architektur auch für europäische Sensor- und Waffensysteme geeignet ist. Mit konkreten Angaben, welche Waffensysteme und Sensorik auf dem Wasser-fahrzeug eingerüstet werden können, hält sich der Rüstungskonzern bisher allerdings zurück.

Das Unternehmen nennt Seezielflugkörper,Torpedowerfer und ein 5-Zoll-Haupt-geschütz. Ergänzt wird das Arsenal durch ein Laserwaffensystem, eine Sekundär-bewaffnung und ein Nahbereichsverteidigungssystem (CIWS). Für die Aufklärung und Lagebilderstellung zeichnen elektrooptische Sensoren sowie Systeme zur elektronischen Kampfführung (EW) verantwortlich. Im Unterwasserbereich wiederum kommen sowohl ein Rumpf- als auch ein Schleppsonar zum Einsatz. Vervollständigt wird das Arsenal durch Täuschkörpersysteme.

Mit diesem Profil erachten die Düsseldorfer ihr System für den Kampf in allen Dimensionen geeignet. Besonders prädestiniert sei die Fregatte allerdings für die Luftverteidigung, ballistische Raketenabwehr sowie weitreichende Präzisions-schläge. Darüber hinaus erachtet das größte deutsche Rüstungsunternehmen die U-Boot-Abwehr als Teil des Fertigkeitsspektrums.

Ein signatur reduzierter Schiffs-rumpf, ein integriertes Akustikmanagement-system, Rumpf- und Schleppsonaranlagen sowie die Fähigkeit zum Einsatz bemannter und unbemannter luftgestützter Systeme sollen dem Rechnung tragen. Darüber hinaus dient das Schiff als vielseitige Basis für bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge.

Ein Flugdeck im Hangar soll bemannte maritime Hubschrauber der zehn- bis zwölf-Tonnen-Klasse beherbergen. US-amerikanische wie europäische Modelle – zum Beispiel die MH-60R oder NH90 – sollen hier dauerhaft stationiert und gewartet werden. (moderne militärische Hubschrauber für die U-Jagd (ASW) und Seeüberwachung)

140 m Länge; 6.000 t Verdrängung; 30 kn Geschwindigkeit, 90 (+35) Besatzung
140 m Länge; 6.000 t Verdrängung; 30 kn Geschwindigkeit, 90 (+35) Besatzung
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Fortschrittliche Luftverteidigung und Abwehr ballistischer Flugkörper

Ein wesentliches Merkmal der GMF 140 ist ihre Fähigkeit zur Integration modernster US-amerikanischer Primärradarsysteme. Diese ermöglichen eine leistungsfähige Erfassung, Verfolgung und Bekämpfung konventioneller Luftziele ebenso wie von Hyperschallwaffen und ballistischen Flugkörpern.

In Verbindung mit dem bewährten AEGIS Combat System https://www.lockheedmartin.com/en-us/products/aegis-combat-system.html und 64 vertikalen Startzellen (Strike-Length Vertical Launch System) kann die Fregatte das gesamte Spektrum moderner Flugkörper für Luftverteidigung, ballistische Raketenabwehr und Landzielbekämpfung einsetzen. (Die 64 vertikalen Startzellen (VLS) mit Schlaglänge dienen als zentrales Bewaffnungsmerkmal der Rheinmetall-Raketen.)

Diagram of the Aegis Combat System (Baseline 2-6)
Diagram of the Aegis Combat System (Baseline 2-6)

Damit erreicht sie eine Führungs- und Feuerleit­fähigkeit,
die bislang überwiegend deutlich größeren Überwasserkampfschiffen
vorbehalten war.

Das auf der GMF 140 installierte AEGIS Combat System kann mit verschiedenen Führungs- und Waffeneinsatzsystemen, unter anderem mit dem CMS330 Combat Management System von Lockheed Martin, kombiniert werden. https://www.lockheedmartin.com/en-ca/cms330.html

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Dessen offene, interoperable und skalierbare Architektur ermöglicht die nahtlose Integration europäischer Sensor- und Waffensysteme und unterstützt den gemeinsamen Einsatz innerhalb multinationaler Flottenverbände.

Moderne Fähigkeiten zur U-Boot-Abwehr

Als Multi-Domain-Plattform verfügt die GMF 140 über umfassende Fähigkeiten zur U-Boot-Abwehr. Hierzu zählen ein signaturreduzierter Schiffsrumpf, ein integriertes Akustik­management, Rumpf- und Schleppsonaranlagen sowie die Fähigkeit zum Einsatz bemannter und unbemannter luftgestützter Systeme europäischer oder US-amerikanischer Herkunft.

Die GMF 140 wurde gezielt entwickelt, um den Anforderungen moderner NATO- und Partnerstaaten gerecht zu werden, die eine leistungsfähige, wirtschaftliche und interoperable Fregatte der nächsten Generation beschaffen möchten.

Mit der Ausgründung der Arbeitsgemeinschaft (ARGE), bestehend aus MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition, im Jahr 2021 nahm der maritime Sektor beim größten deutschen Rüstungsunternehmen eine bedeutendere Rolle ein. https://www.mbda-systems.com/mbda-and-rheinmetall-win-contract-high-energy-laser-system

Ziel der ARGE ist, maritime Laserwaffen zu entwickeln. Mittlerweile ist nicht nur ein Laser-Joint-Venture gegründet, sondern auch ein Entwicklungsauftrag der Bundeswehr eingegangen. https://www.mbda-systems.com/de/baainbw-beauftragt-mbda-und-rheinmetall-mit-realisierung-eines-laserwaffensystems-fuer-die-deutsche

Den zentralen maritimen Strategiewechsel der Düsseldorfer markieren aber andere Ereignisse. 2025 schlossen das Bremer Unternehmen EuroAtlas https://euroatlas.com und Rheinmetall eine Partnerschaft, um gemeinsam unbemannte Unterwasser-Systeme zu entwickeln. Der große Wurf folgte ein Jahr später. Im März finalisierten NVL und Rheinmetall die Übernahme des militärischen Lürssen-Geschäfts. https://esut.de/2025/08/fachbeitraege/62205/rheinmetall-integriert-greyshark-strategischer-einstieg-in-den-maritimen-raum/

Einen Kaufpreis nannten beide Parteien offiziell nie, Medienberichte sprachen allerdings von 1,35 Milliarden Euro bis 1,5 Milliarden Euro.

11.08.2026