Unter der Leitung des deutschen Verteidigungsministers Boris Pistorius (SPD) und seinem neuen britischen Amtskollegen Dan Jarvis das 35.Treffen der Ukraine Defense Contact Group (UDCG) statt. https://www.bmvg.de/de/aktuelles/ukraine-unterstuetzung-deutschland-staerkt-luftverteidigung-6114236
Vor dem Hintergrund anhaltender, groß-flächiger russischer Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte haben die westlichen Alliierten ein neues militärisches Hilfspaket im Gesamtwert von vier Milliarden US-Dollar geschnürt. Dabei stehen unmittelbare Munitions- und Systemlieferungen im Fokus. Darüber hinaus verabredeten Deutschland und die Ukraine langfristige Entwicklungsprojekte im Bereich unbemannter Systeme und der Luftverteidigung.
US-Waffensysteme finanziert aus Europa Konkret liegt der Schwerpunkt der jüngsten Zusagen auf marktverfügbaren Flugabwehrraketen, unbemannten Systemen und Artillerie aus den USA. Ein wesentlicher Teil der Finanzierung – fast eine Milliarde US-Dollar – wird über den Mechanismus der prioritären ukrainischen Bedarfsliste – Prioritized Ukraine Requirements List (PURL) geleitet.
Die Prioritised Ukraine Requirements List (PURL) ist ein Beschaffungs-mechanismus zur Versorgung der Ukraine mit militärischer Ausrüstung aus US-Beständen für den aktuellen russisch-ukrainischen Krieg und allgemein mit Finanzmitteln. https://www.nato.int/en/what-we-do/partnerships-and-cooperation/relations-with-ukraine#purl
Ziel der Initiative ist primär die Beschaffung von Abfangraketen für das Patriot-Luftverteidigungssystem. Insgesamt neun Länder haben ihre Beteiligung am PURL-Mechanismus offiziell bestätigt. Deutschland, Norwegen, die Niederlande und Schweden tragen dabei die Hauptlast. Ergänzend dazu stellte das deutsche Verteidigungsministerium (BMVg) erhebliche Mittel über das sogenannte „Jumpstart“ Verfahren bereit. (Joint Ukraine Multinational Program – Services, Training, and Articles Rapid Timeline) https://samm.dsca.mil/program/JUMPSTART
Im Rahmen dieses beschleunigten Beschaffungsprozesses stellt die Bundes-regierung 200 Millionen US-Dollar für Luftabwehrmunition sowie weitere 200 Millionen US-Dollar für PAC-3-Raketen für die Patriot-Systeme bereit.
Darüber hinaus sei nach Aussagen des deutschen Verteidigungsministeriums ein weiteres IRIS-T-System übergeben worden und die Auslieferung einer dreistelligen Anzahl von Luft-Luft-Raketen aus Beständen der Bundeswehr geplant.
Zudem verpflichteten sich Norwegen, Dänemark, Spanien, Litauen und Luxemburg, weitreichende Artilleriemunition im Wert von 540 Millionen US-Dollar in die Ukraine zu liefern.
Neben traditionellen Waffensystemen einigte sich die UDCG darauf, über eine Milliarde US-Dollar in unbemannte Systeme zu investieren. Diese Mittel sollen die ukrainische Eigenproduktion ergänzen und unterstützen.
Laut dem ukrainischen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow fließen die Gelder in 150.000 ukrainische Drohnen, MarschflugDrohnenraketen (cruise drone-missiles) und maritime UAVs.
Konkret sind im britischen Unterstützungspaket 150.000 Drohnen inkludiert. Die Niederlande wiederum werden 250 Millionen Euro zur Stärkung der ukrainischen Drohnenkapazitäten aufwenden. Norwegen wird sich zudem finanziell an der Beschaffung von Marinedrohnen beteiligen.
Deutschland und die Ukraine schärfen die Zusammenarbeit
Über die kurzfristigen Materiallieferungen hinaus nutzten Kiew und Berlin das Treffen, um die bilaterale Rüstungskooperation zu intensivieren. Dies materialisiert sich in einem Abkommen zur Entwicklung und Produktion von Systemen zur Abwehr ballistischer Raketen. Ziel ist es, die ukrainischen Städte langfristig besser gegen russische Angriffe zu schützen und nachhaltige Verteidigungsfähigkeiten aufzubauen. „Russische ballistische Raketen bleiben ein Problem, und wir brauchen eine Antwort darauf“, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Konkrete Ergebnisse aus der gemeinsamen Arbeit sollen bereits im Winter vorliegen. Darüber hinaus berichtete Pistorius von der Partnerschaft zwischen einem ukrainischen und einem deutschen Unternehmen mit dem Ziel, ein Unmanned Ground Vehicle (UGV) gemeinsam zu entwickeln und zu produzieren.
Die ukrainischen Streitkräfte sprechen dieser Fahrzeugkategorie enorme Bedeutung zu. Konkret entsteht im Rahmen der bilateralen Kooperation das UGV TerMIT.
Der TerMIT ist ein modulares, unbemanntes Kettenfahrzeug (UGV) des ukrainischen Herstellers Tencore https://www.tencore.com.ua Mit einer Nutzlast von 300 bis 400 kg und einer Reichweite von bis zu 40 km ist das System für Logistik, medizinische Evakuierung, Aufklärung und Kampfunterstützung konzipiert und kann unbemannt Material bis an die Frontlinien transportieren.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten soll das Projekt gemeinsam ent-wickelt und auf deutschem Boden industriell skaliert werden. „Bei unserer Ukraine-Unterstützung fördern wir bewusst die Zusammenarbeit von deutschen und ukrainischen Unternehmen. Das gilt vor allem für die Entwicklung und Produktion von Drohnen, aber auch für den Aufbau von mittel- und eitreichenden Fähigkeiten“, so der deutsche Verteidigungsminister.
Quantum System hat diesen Ruf gehört. Das Unternehmen tut sich mit der ukrainischen Tencore zusammen. Mit ihrem Joint Venture planen die beiden Unternehmen 2.000 Land-Drohnen des Typs TerMIT zu produzieren. https://quantum-systems.com/news/quantum-systems-tencore-termit-ugvs-germany/
Die ersten Auslieferungen sollen innerhalb der ersten zwölf Monate erfolgen.
Das Joint Venture „Quantum Tencore Industries“ (QTI)
Gründung: Im Frühjahr April 2026 wurde das deutsch-ukrainische Joint Venture QTI ins Leben gerufen. Partner sind der deutsche Drohnenspezialist Quantum Systems und der ukrainische Entwickler Tencore LLC.

Produktionsstandort: Die physische Fertigung der unbemannten Bodenfahrzeuge (UGVs) wird nach Deutschland verlagert. Dadurch werden etablierte, westeuropäische Lieferketten und industrielle Skaleneffekte genutzt, um kurzfristig hohe Stückzahlen zu garantieren
Großauftrag: Im Juni 2026 erhielt QTI den offiziellen Auftrag zur Lieferung von 2.000 TerMIT UGVs innerhalb von 12 Monaten an die ukrainischen Streitkräfte. Dies gilt als die bislang größte bekannte Beschaffungsinitiative für Land-Drohnen in Europa.
Regierungsseitige Förderung („Build with Ukraine“)

Software- und Technologie-Ökosystem
